DER STERN VON INDIEN

 

Lord Mountbatten (Hugh Bonneville) soll als letzter Vizekönig Indiens die junge Demokratie in die Freiheit begleiten – doch der Weg ist steinig: Opulentes, starbesetztes Historiendrama von Gurinder Chadha (Kick It Like Beckham), mit Gillian Anderson, Manish Dayal und Huma Qureshi.

 

 

Genre: Historiendrama

Land: GB, Indien

Regie: Gurinder Chadha

Cast: Hugh Bonneville, Gillian Anderson, Michael Gambon

Laufzeit: 106 min.

Altersfreigabe: ab 6 Jahren

 

Originaltitel:                     "Viceroy`s House"

 

    ab 1. September hier im Mozartkino

 

 

 

About the story

Es ist das Jahr 1947, und ab hier ist alles Neuland: Indien soll endlich von der Kolonialmacht Großbritannien unabhängig werden. Der britische Lord Louis „Dickie“ Mountbatten (Hugh Bonneville), Urenkel von Queen Victoria, wird nach Delhi geschickt, um als letzter Vizekönig einen geordneten Übergang zu organisieren. Mit seiner Frau Lady Edwina (Gillian Anderson) und der Tochter Pamela (Lily Travers) übersiedelt er in den gigantischen Herrschaftspalast, überwältigt vom kolonialen Reichtum, der hier immer noch zur Schau gestellt wird. Es ist eine drastische Erfahrung für die Mountbattens, die hungrig und erschöpft aus dem kriegsversehrten England kommen. Doch der Glanz ist nur Oberfläche, dreihundert Jahre Besatzungsmacht haben schwere Narben im Land hinterlassen: Während Mahatma Gandhi (Neeraj Kabi) für ein friedliches, einiges und freies Indien Stimmung zu machen versucht, nimmt auf den Straßen die Gewalt zwischen Hindus und Muslimen zu. Auch für Mountbatten, der für einen aufgeklärten, gewaltfreien Weg in die Freiheit sorgen will, ist bald deutlich, dass sein und Edwinas Ideal eines konfliktfreien Miteinander nicht so einfach umzusetzen ist. Und im indischen Nationalkongress werden die Stimmen immer lauter, die eine Trennung zwischen Indien und einem muslimischen Pakistan als einzig mögliche Lösung vorschlagen. Während in den Prunkgemächern Politik gemacht wird, herrscht nur wenige Stockwerke darunter Aufruhr, wo im Personaltrakt hunderte Hindus, Muslime und Sikhs bisher einträchtig zusammengearbeitet haben. Denn die Entscheidungen werden dramatische Auswirkungen haben auf das Leben von Millionen Menschen und bald schon die größte Migrationsbewegung in der Menschheitsgeschichte auslösen. Und dann ist da noch der junge Diener Jeet Kumar (Manish Dayal), ein Hindu, der sich in die schöne Muslimin Aalia Noor (Huma Qureshi) verliebt hat. Doch die Liebe der beiden ist unmöglich, aufgrund ihrer unterschiedlichen Religion – und inmitten des immer gewaltsameren Konfliktes wird die Lage zunehmend aussichtslos.

Cast & Crew

Hugh Bonneville ist spätestens seit Downton Abbey in der Rolle des Earl of Grantham Spezialist für britischen Hochadel mit Augenzwinkern. Die Kanadierin Gillian Anderson, seit den Zeiten von Akte X viel zu wenig eingesetzt, kriegt hier endlich wieder einmal eine Chance, ihren Facettenreichtum zu zeigen. Der fesche Jeet-Darsteller Manish Dayal ist bekannt aus dem hinreißenden Kochfilm Madame Mallory und der Duft von Curry (mit Helen Mirren) – und seine Partnerin Huma Qureshi ist in Indien ein Star u. a. für ihre Rolle in der schwarzen Komödie Jolly LLB 2.

Behind the Scenes

Für die britische Regisseurin Gurinder Chadha (Kick It Like Beckham) hat die schmerzhafte Teilung Indiens mit der eigenen Familiengeschichte zu tun: Die Familie ihrer Großmutter wurde in den Wirren der Trennung zwischen Indien und Pakistan auseinandergerissen, bis heute ist das Trauma präsent. Und Chadha hat einen klaren Standpunkt: Die Trennung war eine Tragödie. Der Plan, nach dem sie durchgeführt wurde, ging als „Mountbatten-Plan“ in die Geschichte ein. Doch neue Dokumente, die Chadha ins Drehbuch eingearbeitet hat, legen nahe, dass die Verantwortlichen für diese fatale Entscheidung ganz woanders zu suchen sind …

Text: Magdalena Miedl

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