DIE VERLEGERIN

 

Gazettengezeter. Steven Spielberg lässt Meryl Streep und Tom Hanks in deren erster Zusammenarbeit gegen die amerikanische Regierung um Präsident Richard Nixon anschreiben.

 

 

Genre: Drama, Biografie

Land: USA

Regie: Steven Spielberg

Cast: Tom Hanks, Meryl Streep, Alison Brie, Carrie Coon, Bob Odenkirk, Matthew Rhys

Laufzeit: 116 min

FSK: ab 6 Jahren

 

Originaltitel:      "The Post"   

 

      ab 22. Februar hier im Mozartkino

 

 

Worum geht’s?

Eben erst hat Katherine Graham (Meryl Streep) überraschend den Job als Geschäftsführerin der Washington Post von ihrem kürzlich verstorbenen Ehemann geerbt, da steht sie gleich vor einer schwerwiegenden Entscheidung: Chefredakteur Ben Bradlee (Tom Hanks) und sein Team von Schreiberlingen – unter anderem Bob Odenkirk (Better Call Saul) und Carrie Coon (The Leftovers) – kommen nämlich in den Besitz höchst brisanter Geheimdienstdokumente, die die US-Regierung gehörig in die Bredouille bringen und gleichzeitig das Ende für die Zeitung bedeuten könnten. Entweder lässt sich Graham nun von der amerikanischen Administration den Mund verbieten oder sie veröffentlicht besagte Papiere und riskiert damit das Lebenswerk ihrer Familie …

Was steckt dahinter?

Es war bzw. ist eine der größten und richtungsweisendsten Enthüllungen der US-Geschichte: Die Washington Post und die New York Times deckten in Zusammenarbeit mit dem damaligen Whistleblower, Ex-Regierungsmitarbeiter und Vietnamkriegsveteran Daniel Ellsberg (hier gespielt von Matthew Rhys), einen vier Regierungsperioden umfassenden Skandal rund um den Vietnamkrieg auf. Entgegen offizieller Angaben war sowohl eine Beteiligung von langer Hand geplant als auch wurden, trotz stetiger Erfolglosigkeit, ständig neue Truppen in das Kriegsgebiet entsandt. Ereignisse rund um die Veröffentlichung der sogenannten Pentagon Papers führten schließlich auch zum Watergate-Skandal und dem damit in Verbindung stehenden Rücktritt des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon.

Was wird geboten?

Als Regielegende Steven Spielberg zum ersten Mal das Drehbuch zu The Post, so der Originaltitel, in seinen Händen hielt, steckte er mitten in den Arbeiten zu seinem nächsten Blockbuster Ready Player One. Dennoch wollte er das Projekt laut eigenen Angaben zeitnah realisieren und brauchte dafür schließlich gerade einmal elf Monate. Herausgekommen ist ein packendes Enthüllungsjournalismus-Drama, in dem die stets herausragende Meryl Streep als erste Chefin einer großen Zeitung erneut brilliert und ein filmisches Dokument, das, vor allem in einer von angeblichen Fake News geprägten Periode, den Zeitgeist trifft. Die Verlegerin ist Bewegtbild-Plädoyer für die Pressefreiheit und wichtiger Beitrag zur Emanzipation gleichermaßen.

Text: Volker Müller

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