Jackie

 

 

 

The Days After: Im Biopic Jackie blicken wir durch die Augen Jackie Kennedys zurück auf die Tage nach dem Attentat auf ihren Ehemann, den US-Präsidenten John F. Kennedy. Neben Natalie Portman als First Lady, spielen Peter Sarsgaard und Caspar Phillipson.

 

 

 

Genre: Biografie, Drama

Land: Chile, USA

Regie: Pablo Larrain

Cast: Natalie Portman, Peter Sarsgaard

Laufzeit: 110 min.

FSK: ab 12 Jahren

 

Start:  ab 27. Jänner im Mozartkino

 

 

Sie war eine Ikone. Die erste Präsidentengattin der Moderne mit Sex-Appeal und ganz eigenem Stil. Ihre Frisur, ihre Sonnenbrillen, ihre Kostüme – „Jackie“ ist fast ein Markenname. Jacqueline Kennedy, geborene Bouvier, war erst 31, als ihr Ehemann John F. Kennedy 1961 zum US-Präsidenten gewählt wurde. Und genau wie JFK erkannte sie, wie in der modernen Zeit das Image in den Massenmedien einen wesentlichen Bestandteil des Erfolgs eines Politikers ausmacht – und half mit Kräften mit, dieses Image auszubauen. Die kluge, gebildete und selbständige ehemalige Fotojournalistin gab sich als perfekte Familienmama und Hausfrau, die zum ersten Mal in der Geschichte des Präsidentenamts auch die privaten Räumlichkeiten des Weißen Hauses für das Volk öffnete – via Fernsehen. Die Kennedys – politisch fortschrittlich und geradlinig, privat (zumindest nach außen) harmonisch traditionell – waren die glamourösmoderne Verkörperung des American Dream, der ein jähes Ende nahm, als John F. Kennedy 1963 bei einem Attentat erschossen wurde. The President is Dead. Die Filmhandlung setzt kurz nach dem Attentat ein, als eine traumatisierte Jackie (Natalie Portman, sehr oscarreif) mit aller Kraft versucht, irgendwie Oberwasser zu bewahren. Sie wäscht sich das Blut ihres Ehemanns aus den Haaren, beschließt aber, die blutbespritzte Chanel- Kostümjacke noch ein wenig anzubehalten – wegen der Wirkung in der Öffentlichkeit. Sie bringt ihre Kinder in Sicherheit vor den Kameras, berät sich mit JFKs Bruder Robert (Peter Sarsgaard) und ihrer Assistentin Nancy Tuckerman (Greta Gerwig) über den Ablauf des Staatsbegräbnisses – bei dem sie trotz aller Sicherheitsbedenken stolz und für alle sichtbar den Trauerzug anführen will. Sie nimmt, in ihren wenigen unbeobachteten Momenten, ganz für sich allein Abschied von ihrem bisherigen Leben – mit viel Drama, viel Alkohol und viel Eleganz. Und schließlich gibt sie, gerade mal eine Woche nach dem Attentat, dem Journalisten Theodore H. White (Billy Crudup) das legendäre Exklusiv-Interview fürs Life Magazine, in dem sie sich ganz offen gibt, und taktisch unglaublich clever der Erinnerung an ihren Mann genau den gewollten Spin besorgt. Meisterstück. Der chilenische Regisseur Pablo Larraín (No, El Club) gilt als Meister der ungewöhnlichen Erzählweisen – und das bestätigt er auch mit diesem seinem ersten englischsprachigen Film: Aus einem vermeintlichen Biopic zaubert er mit seinen bereits vielfach prämierten inszenatorischen Fähigkeiten ein einmaliges Kunstwerk, das der Geschichte, von der man alles zu kennen glaubt, in jeder Einstellung völlig neue Blickwinkel eröffnet – und auch einen fabelhaften Showcase für die große Schauspielerin Natalie Portman liefert. Text: Kurt Zechner

 

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